Was das EnergieVision-Siegel auszeichnet


EnergieVision steht für…
Ökostrom, der den Erneuerbaren-Ausbau anreizt
EnergieVision – Das Ökostromsiegel zeichnet Ökostromtarife aus, deren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt und die Anreize zum Erneuerbaren-Ausbau schaffen. Auch faire Vertragsbedingungen sind ein wichtiges Kriterium.
Transparenz
Die Zertifizierung erfolgt nach strengen und einheitlichen Kriterien. Diese sind ebenso öffentlich wie die Namen der Kraftwerke, aus denen der Strom stammt. EnergieVision – Das Ökostromsiegel wird jedes Jahr neu vergeben und durch unabhängige Gutachter geprüft. Die Einhaltung der Kriterien muss also jährlich nachgewiesen werden.
Neutralität
Die Zertifizierung wie auch das EnergieVision-Tarifportal sind unabhängig. Das heißt, sie werden in keinerlei Hinsicht von Anbieterinteressen, Werbung oder Provisionen beeinflusst.
Vertrauen
Mit dem Gütesiegel (bis Ende September 2026 als „ok-power“ bekannt) verfolgt der gemeinnützige EnergieVision e. V. bereits seit über 26 Jahren ausschließlich das Ziel, den Umwelt- und Verbraucherschutz in der Energiewirtschaft sowie die Energiewende zu fördern. Dafür sorgt u.a. ein Kriterien-Beirat mit ausgewiesenen Expert:innen der Energiewende.
Nachhaltigkeit
Das EnergieVision-Siegel signalisiert Verbraucher:innen, dass der zertifizierte Stromtarif zum Ausbau regenerativer Energien und zu ihrer Integration in das Stromversorgungssystem beiträgt. Sie können zudem sicher sein, dass der Anbieter finanziell nicht an Atomkraftwerken, Braunkohlekraftwerken oder neuen Steinkohlekraftwerken beteiligt ist.
Sicherheit in Bezug auf EmpCo/UWG
Die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) und die Novelle des deutschen Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) schaffen einheitliche Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Nachhaltigkeitssiegel wie EnergieVision übernehmen dabei eine wichtige Orientierungsfunktion im Markt. EnergieVision – Das Ökostromsiegel erfüllt diese Anforderungen strukturell und inhaltlich: Kriterien, Zertifizierungsprozesse und Kommunikationsgrundlagen sind transparent dokumentiert, werden regelmäßig unabhängig geprüft und sind auf eine nachvollziehbare sowie UWG-konforme Verbraucherkommunikation ausgerichtet.
Was guten Ökostrom auszeichnet
Unter Ökostrom versteht man in der Regel regenerativ erzeugten Strom aus erneuerbaren Ressourcen wie Wasserkraft, Windenergie und Photovoltaik.

Grüner Strom trägt zur Einsparung von Emissionen bei und zielt auf eine möglichst CO2-neutrale Stromerzeugung ab. Hochwertiger Ökostrom geht noch einige Schritte weiter:
- Er verdrängt konventionell erzeugten Strom aus Atom- oder Kohlekraft vom Markt und treibt den Ausbau erneuerbarer Energien und deren Integration ins Versorgungssystem voran.
- Er fördert mit den Erlösen aus dem Ökostromtarif vielfältige sinnvolle Aktivitäten und Projekte, die die Energiewende beschleunigen und qualitativ voranbringen.
- Er stammt ausschließlich aus regenerativen Anlagen, die zudem bestimmte Umweltkriterien erfüllen, zum Beispiel
- keine Windkraftanlagen in Naturschutzgebieten,
- kein Strom aus Deponiegas.
- Vom Ökostrom-Anbieter unabhängige Gutachter überprüfen und überwachen, ob diese Kriterien eingehalten werden.
Kriterien
Die Zertifizierung mit dem EnergieVision-Siegel steht auf zwei Säulen: Pflichtkriterien und Wahlpflichtkriterien.

Während die Pflichtkriterien vom Ökostromanbieter komplett erfüllt werden müssen, können die Wahlpflichtkriterien passend zum Engagement des Anbieters gewählt werden.
Mit einem Klick auf die einzelnen Kriterien können Sie mehr darüber erfahren. Den vollständigen Kriterienkatalog finden Sie hier.
Pflichtkriterien

Der Strom zertifizierter Produkte muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen.
Grundsätzlich anerkennungsfähig ist die Stromherkunft aus Anlagen aus Solar-, Wind- und Wasserkraft.
Keine wesentlichen Beteiligungen an Atom-, Braunkohle- oder neuen Steinkohlekraftwerken:
Downstream-Beteiligung: keine mittelbare- oder unmittelbare Beteiligung von 1 Prozent oder mehr.
Upstream-Beteiligung: keine mittelbare- oder unmittelbare Beteiligung von 50 Prozent oder mehr.
Darüber hinaus wird eine Beteiligung an neuen Gaskraftwerken, die ab dem 01.01.2027 in Betrieb genommen werden, nur dann zugelassen, wenn das Gaskraftwerk für Wasserstoff geeignet („H2-ready“) konzipiert und errichtet wird.
Keine Mindestabnahmemenge durch den Endkunden, kein Verkauf von Mengenpaketen, keine Zahlungen per Vorkasse.
Wahlpflichtkriterien
Um den Ausbau fluktuierender Energieträger zu fördern, verpflichtet sich der Stromanbieter, je nach Technologie festgelegte Mindestanteile der zertifizierten Strommenge aus ungeförderten und von EnergieVision anerkannten Neuanlagen zu beschaffen. Die Anforderungen betragen 50 % für Laufwasser- und Speicherwasserkraft, 30 % für Windkraft und Photovoltaik sowie 5 % für Agri-PV-Anlagen.
Dabei gelten unterschiedliche Anlagen-Altersgrenzen für die einzelnen Technologien Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik.
Herkunftsnachweise von EE-Anlagen, die durch Power Purchase Agreements (PPA) finanziert werden, werden entsprechend der PPA-Laufzeit länger als Neuanlagen anerkannt, technologieübergreifend jedoch maximal 8 Jahre.
Die Anlagen dürfen nicht durch das EEG oder vergleichbare Mechanismen im Ausland gefördert werden, um eine Förderung jenseits der staatlichen Förderinstrumente sicherzustellen.
Dieses Kriterium honoriert ein überdurchschnittliches Engagement des Ökostromanbieters in der Finanzierung und dem Betrieb neuer Erneuerbarer-Energien-Anlagen.
Mindestens 50 Prozent des zertifizierten Ökostromabsatzes müssen in neuen EE-Anlagen erzeugt werden, die vom Zertifizierungsnehmer initiiert wurden.
Außerdem muss die initiierte Strommenge mindestens 33 Prozent des Gesamtabsatzes des Stromversorgers an Haushalts- und Kleingewerbekunden entsprechen.
Nach welchem „Kriterienpaket“ der Anbieter zertifiziert wird, ist in der Anbieter-Übersicht nachvollziehbar. Dort finden Sie alle Anbieter von Ökostromprodukten mit EnergieVision - Das Ökostromsiegel.

Kriterien-Beirat: gebündelte Expertise
Die Qualitätskriterien des EnergieVision-Siegels werden vom Kriterien-Beirat des EnergieVision e. V. entwickelt und beschlossen - und das schon seit 2014. Die Kriterien werden jedes Jahr aufs Neue geprüft und bei Bedarf an aktuelle Marktbedingungen oder Gesetzesänderungen angepasst.

Diplom-Ökonom, ehemaliger Geschäftsführender Gesellschafter der imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH (imug GmbH), Hannover
Diplom-Ingenieur, Gruppenleiter Energiewirtschaft und Systemanalyse des Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, Kassel
Vorstand des EnergieVision e.V., Dipl. Geoökologe, Stv. Bereichsleiter Energie & Klimaschutz, Öko-Institut, Freiburg
Dipl.-Physiker, Leiter der Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, Wuppertal
vertreten durch Kerstin Peter, Dessau
Diplom-Geograf, Geschäftsführer HIC Consulting GmbH, Hamburg

EnergieVision-plus
Anbieter, die nicht nur einzelne Ökostromprodukte, sondern ihre gesamte Absatzmenge an Tarifkunden nach EnergieVision zertifizieren lassen, erhalten das Siegel EnergieVision-plus.
Aktuell sind folgende Anbieter EnergieVision-plus-zertifiziert:
Gemeinnützig für Transparenz im Ökostrommarkt
Hinter dem Gütesiegel steht der gemeinnützige Verein EnergieVision – und mit ihm die Idee, den Verbraucher- und Umweltschutz in der Energiewirtschaft stärker in den Vordergrund zu rücken. Der 2000 gegründete Verein wird gemeinsam vom Öko-Institut und der HIR Hamburg Institut Research gGmbH getragen.
Vorstand EnergieVision e. V.
Zweckgebundene Non-Profit-Arbeit
Gemeinnützig bedeutet, dass der EnergieVision e. V. nicht gewinnorientiert arbeitet und die Einnahmen ausschließlich für die gemeinnützigen Zwecke des Vereins verwendet werden: Markttransparenz in der Energiewirtschaft, speziell im Ökostrommarkt, herzustellen. Die Aktivitäten des Vereins werden über die Zertifizierungsentgelte finanziert, die Stromanbieter für die EnergieVision-Zertifizierung bezahlen.
Verbraucherschutz und -service
Vorrangiges Ziel ist es, Stromkund:innen eine neutrale Entscheidungshilfe für die Wahl eines Ökostromtarifs zu geben, der einen wirksamen Beitrag zur Energiewende leistet. Neben Informationen stellt EnergieVision dafür das Tarifportal zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen unabhängigen Verbraucherservice, der sowohl für Stromkund:innen als auch für Anbieter kostenlos ist.
Chancen aufzeigen – Engagement fördern
Zudem sieht EnergieVision seine Aufgabe darin, der Öffentlichkeit Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Energiewende über staatliche Fördermaßnahmen hinaus zu beschleunigen. Ökostromtarife sind dabei ein wichtiges Instrument, denn hier kommen Anbieter und Verbraucher zusammen und können gemeinsam zusätzliche richtungsweisende Maßnahmen für die Energiewende anstoßen. Genau dies bestätigt die EnergieVision-Zertifizierung mit dem EnergieVision-Siegel.
Den aktuellen Tätigkeitsbericht des EnergieVision e.V. können Sie hier herunterladen. Informationen zum Kriterien-Beirat des EnergieVision e. V. finden Sie hier.



